Mein neuestes Hobby in Portugal an der Algarve ist das Speerfischen. Ein Hobby, das eigentlich nicht auf meiner Liste stand, sondern zufällig von einem Bekannten ausgeübt wurde. Was mich auch ziemlich schnell interessiert hat. Nach kurzer Recherche, wie es in Portugal mit dem Speerfischen aussieht und ob es überhaupt erlaubt ist, stand mein Entschluss schnell fest, ich wollte es ausprobieren.

Also musste die Ausrüstung her. Ich entschied mich zunächst für eine einfache Ausrüstung, also nichts teures. Ich wollte erst mal ausprobieren, ob das was für mich ist. Also bin ich zum Decathlon in Portugal gefahren und habe das ganze Zeug gekauft. Es war mehr als ich dachte. Es besteht aus einem Neoprenanzug, einer Harpune, einem Schwimmer oder einer Boje, einem Fischernetz, einem Gürtel mit Gewichten, einem Tauchmesser, einer Taschenlampe, Handschuhen, Tauchschuhen, einer Kopfhaube, einer Taucherbrille und Flossen. Wie gesagt, ich habe wirklich versucht günstig zu bleiben und trotzdem waren es 500 Euro! Tja, ein neues Hobby kostet eben Geld.

Speerfischen, meine ersten Versuche scheiterten

Bevor ich anfing, wollte ich mich über die Gefahren des Speerfischens informieren. Da ich ein absoluter Anfänger bin, wollte ich nicht mit einer Harpune auf die Jagd gehen, was auf kurze Distanz einer Schusswaffe gleichkommt. Deshalb natürlich die kurze Einweisung auf Youtube. Und siehe da, abgesehen von den Gefahren im Meer, die von Tieren, Wellen, Strömung, Wetter und vorbeifahrenden Booten ausgingen, gab es vor allem Gefahren im Umgang mit der Harpune. Denn viele Unfälle entstehen dadurch, dass sich die Harpunier aus Versehen selbst oder andere treffen und fast tödlich verletzen.

Mit dem neuen Wissen konnte ich endlich mit mehr Respekt vor der Harpune ins Wasser gehen und das Ding ausprobieren. Jedenfalls war der erste Tauchgang mehr als ernüchternd, ich habe unter Wasser nichts gesehen, wenn überhaupt nur ein paar Algen und die Wellen haben mich wohl etwas seekrank gemacht. Der erste Versuch war also für die Katz.

Das Einzige, was half, waren weitere Informationen, vor allem wann man ins Wasser gehen sollte, um den Fischen nachzustellen. Das Wetter und die Gezeiten waren entscheidend. Es dauerte nicht lange und ich startete meinen zweiten Versuch an einem besseren Tag. Die Sicht war gut, aber die meisten Fische waren zu klein, um sie zu schießen, also schnorchelte ich einfach herum und war überrascht, wie sehr sich das Meer verändert hatte.

Es war wunderschön unter Wasser in Portugal an der Algarveküste. Die etwas größeren Fische versteckten sich weiter unten unter den Steinen. Ich wollte ihnen nachjagen, aber meine Fähigkeiten, vor allem die Luft anzuhalten, reichten nicht aus. Mehr als eine Minute war bei mir nicht drin, und das Zappeln meinerseits reduzierte den Sauerstoff in meinen Zellen noch mehr, so dass ich schnell an Sauerstoffmangel kam und auftauchen musste. Das nächste Problem war, dass der Neoprenanzug mit auftrieb, ich hatte Schwierigkeiten in die Tiefe zu kommen. Für das nächste Mal hatte ich mir mehr Gewichte für meinen Gürtel vorgenommen.

Es war wieder kein Erfolg an diesem Tag, aber ich hatte viel gelernt und nahm mir vor, langsamer an dieses Hobby heranzugehen, denn es war nicht ungefährlich. Also Schritt für Schritt ging es weiter. Jetzt hieß es wieder warten auf besseres Wetter und Tide.

Endlich ein Fisch beim Speerfischen erlegt

Ein kurzer Blick auf die Wetter-App versprach gutes Wetter und die Gezeiten schienen auch zu passen. Also die gesamte Speerfischausrüstung eingepackt und ab zum nächsten Strand. Neopren angezogen, Kopfhaube, Handschuhe, Taucherbrille, Harpune, Messer usw. alles war bereit. Es ging zum Strand, wobei ich immer das Gefühl hatte, zu viel Zeug dabei zu haben. Aber man braucht es hier, da das Wasser immer durchschnittlich 16 Grad hat.

Jedenfalls ging es mit den Flossen rückwärts ins Wasser und durch die plätschernden Wellen. Der erste Tauchgang war vielversprechend, das Wasser war klar und direkt vor meiner Nase schwammen die ersten Meeräschen und noch viele andere tolle Fische. Das Schnorcheln mit der Harpune oder besser gesagt mit der Harpune konnte beginnen. Ich schwamm entlang der Küste an den Felsen, es war nicht tiefer als 3-4 Meter, glaube ich. Mein Freund schwamm auch in einiger Entfernung mit seiner Harpune und schoss schon die ersten Fische. Eine Meeräsche hatte er gleich erwischt, etwas später ging ihm eine schöne große Golddorade an den Pfeil.

Ich brauchte etwas länger und schoss zunächst an den Fischen vorbei, es war doch nicht so leicht wie gedacht. Dann aber in einem ruhigen Moment zielte ich und traf eine Meeräsche, der Schuss ging direkt durch und der Pfeil saß gut, die Meeräsche konnte nicht entkommen. Ich zog den noch lebenden Fisch zu mir und gab ihm mit dem Messer den letzten Schuss, damit er nicht leiden musste. Dann ab ins Fischernetz. Ich schnorchelte weiter, versuchte noch einige Schüsse auf größere andere Fische in der Tiefe, aber alle gingen daneben, ich musste tiefer tauchen und erst einmal lernen, eine ruhigere Hand unter Wasser zu haben, sowie länger tauchen zu können.

Speer fischen in Portugal für Anfänger

Es war ein toller Tag, wir haben nur vier Fische gefangen, aber das reichte für ein tolles Abendessen mit unseren Freunden. Zu Hause landeten die Fische auf dem Grill.

Tipp: Vor dem Speerfischen das Glas der Taucherbrille von beiden Seiten mit dem Feuerzeug erhitzen, es sollte etwas schwarz werden. Da ist ein Silikonschutzfilm, der beim Tauchen nur schlechte Sicht bringt, deshalb mit dem Feuer es entfernen. Dann schmiert ihr die Maske noch mit Zahnpasta ein und lasst sie am besten ein paar Stunden liegen. Das bringt definitiv bessere Sicht und die Maske geht nicht so schnell ein.

Seekrank beim Speerfischen an der Algarve

Das Speerfischen erfordert viel Erfahrung und muss sehr langsam angegangen werden. An diesem Tag habe ich wieder etwas Neues gelernt. Wir waren schon wieder am Strand, das Wetter schien erst ganz gut zu sein, aber dann änderte es sich schnell und größere Wellen brachen vor uns, wo wir schon das letzte Mal waren. Diesmal beschlossen wir, ein Stück weiter raus zu schwimmen, um die brechenden Wellen hinter uns zu lassen.

Dort wollten wir schauen, ob es dahinter noch Fische gibt. Also rein ins Wasser und nachdem wir durch einige Wellen getaucht waren, hatten wir zwar keine großen Wellen mehr, aber das Meer war immer noch etwas unruhig und schaukelte mich im Wasser ganz schön durch. Ich merkte schnell, dass mir ein bisschen übel wurde, aber ich achtete nicht weiter darauf und jagte den Fischen hinterher bzw. versuchte welche zu finden.

Und zu meinem Erstaunen waren tatsächlich ganze Schwärme von Wolfsbarschen unterwegs, einer der schmackhaftesten Fische hier unter Wasser. Also lud ich die Harpune und schoss gleich daneben, meine weiteren Versuche waren auch an diesem Tag nicht wirklich erfolgreich. Außerdem wurde mir immer mehr übel, so dass ich beschloss, wieder an Land zu schwimmen. Leider wurde ich so seekrank, das ich die Übelkeit kaum zurück halten konnte und mich direkt auf dem Rückweg mehrmals im Wasser übergeben musste. Naja, dachte ich mir, jetzt haben die Fische wenigstens was zu fressen. Ich schleppte mich an den Strand und ruhte mich aus. Dieser Speerfischtag war für mich auch vorbei.

Ich musste noch viel über das Speerfischen lernen. Jetzt heißt es wieder die nächsten Tage abwarten, ob das Wetter gut wird und ich es wieder versuchen kann.

Tipp: Vor dem Speerfischen sollte man keinen Kaffee trinken, auch nichts essen. Außerdem sollte man, wenn man seekrank wird, am besten eine Tablette gegen Seekrankheit nehmen. Damit das Speerfischen Spaß macht.

Fazit zum Speerfischen in Portugal

Ein tolles Hobby, wenn man es bewusst und vorsichtig betreibt. Es ist sicher nicht für jeden das richtige Hobby, mit einer Harpune, also einer Unterwasserwaffe, herumzuschwimmen, auf Fische zu schießen und diese dann auszunehmen. Aber da ich seit meiner Kindheit Angler bin, war es für mich eine Erweiterung meines Hobbys Angeln, die mir persönlich sehr viel Spaß macht. Es geht aber nicht nur um das Fangen von Fischen, wie beim Angeln kann man sich auch beim langsamen Schnorcheln oder Tauchen entspannen und die Unterwasserlandschaft genießen. Der gefangene Fisch ist dabei zweitrangig, aber ein schöner Bonus für das anschließende Mittagessen.

 

 

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