SNS Nummer in Portugal für Gesundheitsversorgung beantragen

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SNS Nummer in Portugal beantragen

Portugal ist wie Deutschland ein Sozialstaat und verfügt über eine gute Gesundheitsversorgung, die für Portugiesen in der Regel kostenlos oder vergünstigt ist.

Sobald man in Portugal gemeldet ist, hat man auch Anspruch auf das portugiesische Gesundheitssystem. Das heißt, man hat Zugang zu kostenlosen medizinischen Leistungen und Medikamenten. Naja, ganz umsonst sind diese Leistungen natürlich nicht, da man im Land Steuern dafür zahlt.

Wozu brauche ich eine SNS-Nummer?

Die SNS-Nummer ist eine Identifikationsnummer, die den Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem ermöglicht. SNS steht für „Servico Nacional de Saúde„, was übersetzt „Nationaler Gesundheitsdienst“ bedeutet. Sobald man diese Nummer hat, hat man Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Im Vergleich zu Deutschland gibt es in Portugal keine gesetzliche Krankenversicherung, wie wir sie in Deutschland kennen, wo man sich eine gesetzliche Krankenkasse aussuchen muss, um dann eine Krankenversicherung und eine Versicherungskarte zu bekommen, die man wiederum bei den Ärzten vorlegen muss. In Deutschland ist die Krankenversicherung Pflicht oder Zwang. Man kann sich dem nicht entziehen und muss sich krankenversichern. In Portugal gibt es so etwas nicht.

Anleitung: Wie erhalte ich meine SNS-Nummer in Portugal?

Um die SNS-Nummer zu erhalten, müssen Sie persönlich zum örtlichen Gesundheitszentrum gehen. Das Gesundheitszentrum ist eine Art Gesundheitsamt mit Allgemein- und Familienärzten. In jedem Ort gibt es ein Gesundheitszentrum, in das Sie gehen können und das für Sie zuständig ist. Wenn Sie ein anderes aufsuchen, werden Sie weitergeleitet.

  1. Das Gesundheitszentrum heißt in der Regel „Centro de Saude“ und ist leicht über Google Maps zu finden. Alternativ kann man auch direkt bei der Gemeindeverwaltung nachfragen, wo sich das nächste befindet.
  2. Nun braucht man seine Dokumente im Original und jeweils eine Kopie von der Meldebescheinigung (Wohnsitzbescheinigung CRUE), der Steuernummer (NIF) und des Reisepasses oder des deutschen Personalausweises. Kleinkinder benötigen zusätzlich eine Kopie der Geburtsurkunde.
  3. Nun mit allen Kopien zum nächsten „Centor de Saude“ gehen und sich ein Warteticket ausdrucken. Meistens sitzt dort jemand, den Sie fragen können. Seien Sie darauf gefasst, dass dieser weder Englisch noch Deutsch spricht. Oft springen aber auch andere Mitarbeiter oder herumlaufende Leute ein und helfen bei Fragen weiter. Wenn Sie Ihre Wartemarke haben, warten Sie bis Sie aufgerufen werden.
  4. Dann gibt man der Frau am Schalter alle Unterlagen. Wenn alles vollständig ist, bekommt man entweder direkt das Dokument mit der SNS Nummer ausgedruckt oder man bekommt einen Termin, wann man die SNS Nummer abholen kann.
  5. Nachdem man jetzt die SNS Nummer bekommen hat, kann man meistens direkt vor Ort einen Gesundheitscheck machen, der auch angeboten wird. Auf jeden Fall kann man jetzt bei zukünftigen Krankheiten zum Hausarzt oder auch direkt ins Krankenhaus gehen. Dort muss man dem Personal diese Nummer zeigen.

Wichtig: Einige dieser Gesundheitszentren haben keine Kopierautomaten oder keine Lust Kopien zu erstellen, also unbedingt eigene Kopien mitbringen, sonst muss man nochmal hin.

Wie funktioniert das Gesundheitswesen in Portugal?

Das portugiesische Gesundheitssystem ist ein öffentliches Gesundheitssystem, das von der portugiesischen Regierung betrieben wird. Es ist für alle Bürger kostenlos zugänglich und basiert auf dem Prinzip der Universalität, der Solidarität und der Gleichheit.

Das portugiesische Gesundheitssystem ist in drei Ebenen unterteilt:

  1. Die primäre Gesundheitsversorgung, die von Allgemeinärzten und Familienärzten in Gesundheitszentren erbracht wird. Hier können Patienten medizinische Untersuchungen, Diagnosen, Behandlungen und Überweisungen an Spezialisten erhalten.
  2. Die sekundäre Gesundheitsversorgung, die von Spezialisten in Krankenhäusern und Kliniken angeboten wird. Hier werden komplexe medizinische Eingriffe und Behandlungen durchgeführt.
  3. Die tertiäre Gesundheitsversorgung, die sich auf die Behandlung von seltenen und komplexen Erkrankungen spezialisiert hat und von spezialisierten Zentren in Portugal und im Ausland durchgeführt wird.

Das portugiesische Gesundheitssystem wird hauptsächlich durch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge finanziert. Die Bürger haben Anspruch auf kostenlose medizinische Leistungen und Arzneimittel, die von der Regierung subventioniert werden. Die Patienten haben auch die Möglichkeit, eine private Krankenversicherung abzuschließen, um zusätzliche Leistungen und schnelleren Zugang zu medizinischen Dienstleistungen zu erhalten.

Fazit

Wer längere Zeit in Portugal leben möchte, sollte unbedingt eine SNS-Nummer beantragen. Im Falle einer schweren Erkrankung oder Verletzung wird man in der Regel in ein öffentliches Krankenhaus gebracht, da private Krankenhäuser oft nicht über die Ausstattung und das medizinische Personal verfügen, um schwere Erkrankungen langfristig zu behandeln. Deshalb ist der Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem so wichtig. Neben der ärztlichen Versorgung erhält man in der Apotheke auch Medikamente zu stark reduzierten Preisen.

Nach der Anmeldung beim Einwohnermeldeamt ist nur noch eine kurze Anmeldung beim Gesundheitsamt erforderlich, das war’s.

Unsere Literatur die wir zur Portugal empfehlen würden.

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